| ÜBERNACHTUNG: Sanctuary Pakbeng Lodge, Pakbeng |

Früh klingelt der Wecker, denn heute verlassen wir Thailand und reisen weiter nach Laos. Zum Frühstück gibt es Toast, Eier, Margarine und Konfitüre. Den Kaffee kann man sich selber mit Instantpulver und heissem Wasser zubereiten.
Die herzliche Hotelbesitzerin fährt uns anschliessend mit ihrem Auto zum thailändischen Grenzposten. Dort wartet bereits die Crew von Shompoo Cruise auf die Passagiere der heutigen Slowboat-Fahrt auf dem Mekong von Thailand nach Luang Prabang in Laos.
Als Schweizer Staatsbürger dürfen wir uns bis zu 14 Tage visumsfrei in Laos aufhalten. Reisende vieler anderer Nationalitäten benötigen hingegen ein Visa on Arrival, wobei die Crew von Shompoo Cruise ihre Gäste dabei unterstützt. Direkt an der Grenze besteht zudem die Möglichkeit, Geld zu wechseln. Wir tauschen einen grösseren Betrag US-Dollar in laotische Kip. Dass dabei ausschliesslich neue, saubere und unbeschädigte Dollarnoten akzeptiert werden, ist tatsächlich kein Gerücht. Einige unserer älteren Scheine werden vom Beamten am Schalter kurzerhand aussortiert und zurückgegeben.

Nach dem unkomplizierten Grenzübertritt werden wir mit einem Kleinbus zum kleinen Bootshafen von Houay Xay in Laos gafahren. Hier beginnt nun unser grosses Abenteuer, und wir können noch gar nicht richtig fassen, dass wir die nächsten zwei Tage in einem Slowboat auf dem legendären Mekong unterwegs sein werden.
Leider ist unser Boot heute mit rund 40 Passagieren komplett ausgebucht, was nicht sehr oft vorkommt. In den meisten Reiseberichten, die ich im Vorfeld gelesen hatte, war von höchstens einem Dutzend Mitreisenden die Rede. Ein wenig enttäuscht bin ich deshalb schon. Es macht eben einen Unterschied, ob sich das Boot mit einer Handvoll Reisender teilt oder ob jeder einzelne Platz besetzt ist. - Zum Glück verfügt das Slowboat im hinteren Bereich über eine kleine Terrasse mit einer gemütlichen Lounge. Immer wieder ziehen wir uns dorthin zurück, geniessen den Blick auf den Fluss und entfliehen für eine Weile dem Trubel im Inneren des Bootes.
Bald ist es Zeit für das Mittagessen. In der kleinen Bordküche wird ein reichhaltiges laotisches Buffet mit zahlreichen regionalen Gerichten zubereitet, auch vegetarische Speisen sind dabei. Ich bin beeindruckt und frage mich, wie in dieser winzigen Küche eine so vielfältige und schmackhafte Auswahl entstehen kann. Alles ist frisch zubereitet und schmeckt ausgezeichnet.
Unser heutiger Landausflug führt uns in ein traditionelles Dorf der Ethnie Khamu, in dem rund 60 Familien leben. Die Khamu zählen zu den ursprünglichen Bewohnern Nordlaos und führen bis heute vielerorts ein einfaches, von der Landwirtschaft geprägtes Leben. Die Bewohner gewähren den Besuchern einen Einblick in ihren Alltag und ihre Lebensweise, was eine sehr spannende und eindrückliche Erfahrung ist. Gleichzeitig kommt es mir aber irgendwie vor, als würden wir die Menschen als eine Art Sehenswürdigkeit betrachten, was mir etwas unangenehm ist.

Gegen Abend legt unser Boot zusammen mit vielen weiteren Slowboats in der kleinen Ortschaft Pakbeng an. Für uns ist bereits ein Zimmer in der Mekong Riverside Lodge reserviert und bezahlt – denken wir zumindest. Vor Ort erfahren wir nun aber, dass unser Hotel ausgebucht sei und wir kurzerhand in die luxuriöse Sanctuary Pakbeng Lodge umgebucht wurden.
Ehrlich gesagt, sind wir zunächst ziemlich enttäuscht. Eigentlich hatten wir uns auf eine einfache Unterkunft mitten im Dorf gefreut, um den Abend in einem der kleinen einheimischen Restaurants zu verbringen. Stattdessen sollen wir nun Authentizität gegen Luxus eintauschen, was eigentlich überhaupt nicht unser Ding ist. Mit einem offenen Shuttle werden wir zusammen mit einigen anderen Gästen zum etwas ausserhalb gelegenen Luxus-Resort gefahren. Dort folgt die nächste Überraschung: Von einer Umbuchung weiss hier niemand etwas. Re ist sichtlich genervt und verlangt den Hotelmanager. Dieser erklärt uns zunächst, es sei zwar noch ein Zimmer frei, wir müssten dieses jedoch selbst bezahlen.
Nun platzt auch mir der Kragen. Nach einer längeren etwas emotionalen Diskussion wird schliesslich doch alles geklärt, und wir erhalten das freie Zimmer ohne zusätzliche Kosten.
Der Ärger verfliegt allerdings erstaunlich schnell; von unserer Terrasse aus haben wir einen traumhaften Blick über den Mekong und die umliegenden Berge. Bei einem feinen Drink bei Sonnenuntergang geniessen wir unseren Aufenthalt und den unerwarteten Luxus nun in vollen Zügen!
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Grenzübertritt Thailand/Laos (Handyfotos)
Flussfahrt auf dem Mekong River mit Shompoo Cruise - das Boot
Flussfahrt auf dem Mekong River mit Shompoo Cruise - Verpflegung an Bord
Flussfahrt auf dem Mekong River mit Shompoo Cruise - Verpflegung an Bord (Handyfotos)
Flussfahrt auf dem Mekong River mit Shompoo Cruise - der Mekong
Flussfahrt auf dem Mekong River mit Shompoo Cruise - das Khamu-Dorf
Sunset: Aussicht Sanctuary Pakbeng Lodge
