2020

Zermatt


Mo + Re - schlaflos am Stellisee

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Aussicht aus unserem Zimmer auf der Fluhalp

Schon lange war es ein Wunsch von mir, das Matterhorn bei Sonnenuntergang, Sonnenaufgang und unter der Milchstrasse zu fotografieren. Das alles ist nur möglich, wenn man vor Ort übernachtet. Das Berghaus 'Fluhalp' bietet sich da an. Wildes Campen ist in der Schweiz ohne spezielle Bewilligung nicht erlaubt.

So haben wir uns für zwei Nächte ein Zimmer auf der 'Fluhalp' reserviert, wohlwissend, dass uns das Wetter jederzeit einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen könnte. Und tatsächlich; je näher unser Reisedatum kommt, desto schlechter werden die Wetterprognosen...

Heute ist es soweit und wir fahren mit dem Zug via Bern, Spiez, Visp bis nach Zermatt. Zermatt ist eigentlich ein kleines, traditionelles, romantisches Dorf, wunderbar gelegen am Fusse des wohl schönsten Berges der Welt! Aber Zermatt wird regelrecht verschluckt von den Touristenmassen aus aller Herren Länder. Im Restaurant oder im Laden wird man leider kaum mehr in urchigem Walliser-Deutsch begrüsst, längst ist alles nur auf die internationalen, zahlungskräftigen Gäste ausgerichtet. Wir essen im Restaurant 'Derby'. Hier wird man in Französisch angesprochen, das Essen ist fade, und zum wässrigen Kaffee gibt's kein 'Schöggeli'. Dafür bekommt man am Schluss die gesazene Rechnung vorgelegt, wie sich das für Zermatt gehört. Der sogenannte 'Verkauf der Heimat' ist hier regelrecht zu spüren, alles scheint mehr Show als Wirklichkeit und ist von idyllischer Alpenromanitk weit entfernt. Wäre da nicht dieser unglaubliche Berg! Er macht alles wett! Beim seinem Anblick wird man ehrfürchtig und vergisst das ganze Affentheater und die Schickimicki-Atmosphäre drum herum - dann gibt es nur noch ihn...

Es zieht uns in die Höhe, und wir sind froh, den Menschenmassen entfliehen zu können. Mit der Standseilbahn fahren wir hoch bis Sunnegga und dann mit kleinen Gondeln weiter bis Blauherd. Von hier aus geht es zu Fuss zweieinhalb Kilometer weiter bis zum Berghaus 'Fluhalp' auf 2606 Meter. Und schon ist sie da - die idyllische Bergromantik, die man unten im Dorf vergeblich sucht!

Wir checken ein und beziehen unser schmuckes, kleines Zweierzimmer mit Blick auf das Matterhorn. Uns zieht es runter zum Stellisee, in welchem sich das Matterhorn postkartenartig spiegelt - vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Am heutigen Donnerstag haben lediglich eine Handvoll Touristen den Weg rauf zum Stellisee gefunden. Wunderschön und eindrücklich ist es hier. Ich suche mir ein paar aussichtsreiche Plätze, von wo aus die Spiegelung des Matterhorns sowie die fotogenen Felsen am eindrücklichsten erscheinen. Nun weiss ich genau, wo ich mich bei Sonnenuntergang platzieren möchte.

Doch zuerst gibt's oben auf der 'Fluhalp' ein deftiges und sehr feines viergängiges Hütten-Znacht, ein Glas Wein, und ein Kafi mit 'Schöggeli'. Ja, so ist man sich's doch gewöhnt in der Schweiz! Auf das Dessert müssen wir leider verzichten, denn der Sonnenuntergang wartet nicht! Wir müssen los!

Leider sind da immernoch diese dicken Wolkenfetzen, die das Horn zum Teil verdecken. Das ist nicht wirklich schön, und frustriert mich ein wenig. Vor allem weil ich weiss, dass die Wetterprognosen für morgen ziemlich schlecht sind. Es kann sein, dass heute meine einzige Möglichkeit ist, den Sonnenuntergang zu fotografieren. Und schlechte Bilder sind immerhin besser als gar keine! Also gebe ich mir alle Mühe, doch noch irgendein brauchbares Bild zu machen. Vom Sonnenuntergang sieht man heute eigentlich kaum etwas. Es wird dunkler, und die Wolken dicker. Trotzdem haben wir heute ein ganz spezielles Glück: Ganz oben auf der Krete beim Unterrothorn kann man in der Dunkelheit die Silhouette einer stolzen Gämse beobachten. Und die rollenden Steine auf der Geröllwiese nebenan deuten ebenfalls auf die Anwesenheit von Gämsen oder Steinböcken hin. Mittlerweilen ist es ganz dunkel, und wir machen uns auf den Weg zurück zur Hütte.

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Bald geht die Sonne unter am Stellisee...
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Doch die Wolken werden leider immer dichter.

 Ich schlafe sehr schlecht. Besser gesagt eigentlich überhaupt nicht. Das ist keine Seltenheit auf 2600 Metern Höhe. Hier oben ist die Luft dünn, d.h. sie hat weniger Sauerstoff. Dadurch schüttet der Körper vermehrt Adrenalin und Cortisol aus, was wiederum nervös macht, und mich am Schlafen hindert. Oje, am Morgen fühle ich mich gar nicht so gut, mir ist schwindlig und schummrig und ich bin müde! Was wiederum irgendwie genau zum Wetter passt. Es ist bedeckt, neblig und regnerisch. Wir geniessen unser Frühstück und legen uns anschliessend noch etwas ins Bett, mit der Hoffnung, doch noch etwas Schlaf zu finden. Aber damit ist wohl nichts! Wir ziehen unsere wasserfeste Kleidung an mit Mütze und Kaputze und machen uns auf den Weg, die Moräne des Findelgletschers zu erklimmen. Trotz des garstigen Wetters ist es sehr eindrücklich, sehr hochalpin. Wir wandern oben an der Krete der Moräne bis fast rauf zur Gletscherzunge. Die Handyfotos mögen aber nicht richtig wiedergeben, wie atemberaubend es hier oben ist...

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Berghaus 'Fluhalp'
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Auf der Moräne des Findelgletschers
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Wanderung - bei Regen der Morände entlang
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Steil ist der Abhang...

 

Heute regnet es fast den ganzen Tag, also nichts mit Sonnenuntergang. Wir geniessen erneut ein feines Nachtessen, heute sogar mit Dessert. Wir gehen früh zu Bett, und ich hoffe auf ein paar Stunden Schlaf, bin ich doch hundemüde! Aber nichts dergleichen - die Höhe macht mir auch heute zu schaffen, und Adrenalin und Cortisol halten mich die ganze Nacht wach. Umso einfacher ist es, am Morgen um 4.45 Uhr aufzustehen! Beinahe wolkenlos ist es, und das Matterhorn zeichnet sich klar in der Morgendämmerung ab! Wir sind nicht die einzigen, die in aller Herrgottsfrüh mit Fotoapparat und Stativ bewaffnet zum Stellisee hinuntereilen. Noch weitere vier Fotografen warten auf das perfekte Licht! Etwas Wind verhindert leider eine knackig scharfe  Spiegelung des Matterhorns im See. Trotzdem ist die Stimmung wundervoll!

Schon lange war es ein Wunsch von mir, das Matterhorn bei Sonnenuntergang, Sonnenaufgang und unter der Milchstrasse zu fotografieren. Das alles ist nur möglich, wenn man vor Ort übernachtet. Das Berghaus 'Fluhalp' bietet sich da an. Wildes Campen ist in d
kurz vor Sonnenaufgang
Schon lange war es ein Wunsch von mir, das Matterhorn bei Sonnenuntergang, Sonnenaufgang und unter der Milchstrasse zu fotografieren. Das alles ist nur möglich, wenn man vor Ort übernachtet. Das Berghaus 'Fluhalp' bietet sich da an. Wildes Campen ist in d
Schon lange war es ein Wunsch von mir, das Matterhorn bei Sonnenuntergang, Sonnenaufgang und unter der Milchstrasse zu fotografieren. Das alles ist nur möglich, wenn man vor Ort übernachtet. Das Berghaus 'Fluhalp' bietet sich da an. Wildes Campen ist in d
Schon lange war es ein Wunsch von mir, das Matterhorn bei Sonnenuntergang, Sonnenaufgang und unter der Milchstrasse zu fotografieren. Das alles ist nur möglich, wenn man vor Ort übernachtet. Das Berghaus 'Fluhalp' bietet sich da an. Wildes Campen ist in d
Die Sonne erreicht die Spitze des Matterhorns.
Schon lange war es ein Wunsch von mir, das Matterhorn bei Sonnenuntergang, Sonnenaufgang und unter der Milchstrasse zu fotografieren. Das alles ist nur möglich, wenn man vor Ort übernachtet. Das Berghaus 'Fluhalp' bietet sich da an. Wildes Campen ist in d
Schon lange war es ein Wunsch von mir, das Matterhorn bei Sonnenuntergang, Sonnenaufgang und unter der Milchstrasse zu fotografieren. Das alles ist nur möglich, wenn man vor Ort übernachtet. Das Berghaus 'Fluhalp' bietet sich da an. Wildes Campen ist in d

Es ist Samstagmorgen, und es sind deutlich mehr Wanderer und Spaziergänger unterwegs als wochentags. Deshalb machen wir uns nach dem Frühstück auch zufrieden auf den Weg runter ins Tal. Auch in Zermatt bleiben wir nicht länger, denn das Dorf platzt heute beinahe aus allen Nähten! Mit dem Zug fahren wir wieder via Visp, Spiez und Bern heim, und ich freue mich bereits darauf, meine Bilder zu entwickeln!