Thailand / Laos und der Mekong


Planung:

Diese Reise erfüllt so vieles, wovon ich schon lange geträumt habe. Zuerst natürlich die Fahrt auf dem Mekong – eine einfache Flussfahrt, keine luxuriöse Cruise, sondern ganz authentisch. Dann die Zugreise durch Thailand, denn in Asien bin ich bisher noch nie Zug gefahren, geschweige denn habe ich jemals in einem Asiatischen Zug übernachtet!

Neben dem Norden Thailands freue ich mich besonders auf die UNESCO-Welterbestadt Luang Prabang in Laos mit ihrer eindrücklichen Kultur und der grandiosen Umgebung. Auf diese entlegene Region inmitten der Karstberge Nordlaos' bin ich ganz besonders gespannt. Ebenso neugierig bin ich auf die abgelegenen Dörfer, die noch weitgehend vom Massentourismus unberührt sind. Ich möchte sehen, wie die Menschen dort leben, wie der Alltag abseits der Städte aussieht und wie sehr das Ursprüngliche diesen Ort noch prägt. Ich freue mich, in einem Land unterwegs zu sein, das noch so unverfälscht und kaum touristisch geprägt ist.

Und dann ist da noch Bangkok. Ich hätte nie gedacht, dass ich so schnell wieder dort landen würde. Ob ich meine Meinung über diese Stadt diesmal ändern werde? Ich bin gespannt.

Fazit nach der Reise:

Mein persönliches Highlight dieser Reise war zweifellos Nordlaos. Selbst wenn man sich auf den Touristenpfaden bewegt, die selbstverständlich in keiner Weise mit den uns bekannten Tourismusregionen vergleichbar sind, erhält man einen guten Einblick in das einfache Leben der laotischen Bevölkerung. Zwar haben sich die Hmong- oder Khmu-Dörfer, die auf den verschiedenen Touren besucht werden können, längst auf Touristen eingestellt und bieten unterschiedliche Waren zum Verkauf an, vor allem vor Ort gewobene und gefärbte Tücher. Hätte man jedoch mehr Zeit und die Möglichkeit, zu Fuss oder mit dem Fahrrad in weiter abgelegene Dörfer vorzudringen, könnte man das laotische Leben dort noch hautnah und ungefiltert erleben. Diese Zeit hatten wir leider nicht, waren aber trotzdem beeindruckt vom einfachen und dennoch auf seine Art irgendwie perfekten Leben ausserhalb der Städte.

In Nordlaos hat mir ausserdem die charmante UNESCO-Stadt Luang Prabang sehr gut gefallen. Und im kleinen, abgelegenen Muang Ngoi konnten wir unsere Seele uneingeschränkt baumeln lassen.

Die Mekong-Flussfahrt war sehr schön und entspannend, manchmal jedoch auch etwas langweilig. Leider war unser Boot mit rund 40 Personen ausgebucht, was nicht sehr oft vorkommt. In den meisten Berichten, die ich vorgängig gelesen hatte, war selten von mehr als einem Dutzend Reisenden die Rede, worauf ich mich auch eingestellt hatte. Entsprechend enttäuscht war ich anfangs, gewöhnte mich jedoch schnell daran, da man sich trotzdem noch irgendwie aus dem Weg gehen konnte.

Etwas enttäuscht war ich auch vom viel gelobten Chiang Mai in Nordthailand, das ich mir sehr viel mystischer und liebevoller vorgestellt hatte. Stattdessen herrschte ein Verkehrschaos, und vieles wirkte ungepflegt. Selbst die unzähligen, eindrücklichen und zweifellos prachtvollen buddhistischen Tempelanlagen konnten meinen negativen Eindruck nicht aufwiegen. Re gefiel die Stadt ziemlich gut, ich selber konnte jedoch, abgesehen von den Tempeln, nicht viel damit anfangen.

Ein weiterer eindrücklicher Ort unserer Reise war das 'Goldene Dreieck', jene Region im Grenzgebiet von Laos, Thailand und Myanmar, in der vor noch nicht allzu langer Zeit Schlafmohn angebaut und zu Heroin verarbeitet wurde. Zwei Museen stellen diese Geschichte auf beeindruckende Weise dar.

Die Nachtfahrt mit dem Zug von Bangkok nach Chiang Mai war ein tolles Erlebnis. Die Erstklassabteile befanden sich im letzten Waggon, was die Fahrt zu einem wackeligen, schaukelnden und ruckelnden Trip machte. Wie auf einem Boot bei hohem Seegang wurde mir beinahe übel, und es kam mir vor, als würde sich dieser hinterste Zugwagen in den Kurven nur mit viel Glück in den Schienen halten können. Eine längere Zugfahrt in Thailand gibt es für mich künftig nur noch mit Reisetabletten gegen Übelkeit.

Bangkok habe ich nun zum zweiten Mal besucht. Da ich diesmal nicht alleine unterwegs war, verbrachte ich einen wunderschönen Abend mit Livekonzert an der Khaosan Road. Trotzdem mochte mir die Stadt höchstens ein ganz kleines, winziges bisschen mehr gefallen. Lieben tue ich sie aber immer noch nicht.