Freitag, 05.10.2018

Duck Creek (Fossicking Land)

via Sheep Creek Station

 Reise-Strecke:  164 km


 Übernachtung: Duck Creek Fossicking Land

  Kreuz des Südens/Southern Cross
Kreuz des Südens/Southern Cross

Wir glauben, unseren Werkzeug-Kübel beim Bluff-Lookout vergessen zu haben. Aber leider finden wir ihn dort nicht. Schade, denn wir hatten wirklich sehr gutes Material. In Yowah hat es sich herumgesprochen, dass 'die Touris' ihr Material vermissen, und die Leute schauen sich für uns um. Leider ohne Erfolg. Wir kaufen uns also einen neuen Wasserspritzer; weiteres Material gibt es hier leider nicht. 

Gleicher Weg, gleiches Ziel: Duck Creek und Sheep Creek. Auf der Sandpiste gibt es auch heute bloss jene Reifenspuren, die unser Range Rover gestern hinterlassen hat... Wir lassen uns am Sheep Creek nieder, inmitten von längst verlassenen alten Minenschächten. Hier heisst es, Augen auf, um nicht in ein Loch zu fallen! Re noodelt (noodeln = nach Opalen suchen) etwas, während ich versuche, etwas kleines zu kochen. Das ist nicht so einfach, da es hier draussen ziemlich windig ist. Die Spritflamme will nicht so richtig brennen. Während der holprigen Fahrt ist wahrscheinlich der Sprit ausgelaufen und hat sich in der gesamten Kochstelle verteilt. Schlussendlich brennt dann auch nicht bloss das Rechaud, sondern die gesamte Kochstelle! Die Armaturen schmelzen und verkohlen. Die hohen Flammen werden vom Wind in Richtung Innenraum des Campers getragen, welcher vollkommen mit teppichähnlichem Material ausgekleidet ist. Geschockt und hysterisch schreie ich herum, bis Re angerannt kommt. Mit einem Badetuch können wir das Feuer ersticken. Zum Glück ist nun nur der Kocher kaputt gegangen und nicht das ganze Auto ausgebrannt, befand sich doch nicht nur unser gesamter Wasservorrat sondern auch unser Satellitentelefon im Wageninnern. Ja, das wäre irgendwie nicht wirklich ideal gewesen...

Wir suchen uns ein schönes Plätzchen wo wir heute übernachten möchten. Als wir so herumfahren finden wir plötzlich Spuren menschlichen Lebens in der weiten Eisamkeit. Es ist ein Miner, der noch nicht in die Sommerpause aufgebrochen ist. Fred ist 82 Jahre alt, ursprünglich Italiener und sucht nach Opalen seit 1966. Er wohnt hier in seinem Caravan schon seit längerer Zeit und konnte dieses vielversprechende Landstück endlich von den Aborigines abkaufen. Nun gräbt er seine Mine und hofft auf das grosse Glück. Er hat den Schacht von Hand erst einen Meter tief ausgehoben und ist voller Tatendrang, weshalb er auch den ganzen heissen Sommer über hier bleibt. Zwar hat er hier weder Radio- noch Telefonempfang, trotzdem erscheint er glücklich und strahlt über das ganze Gesicht. Und sein Alter sieht man ihm bei weitem nicht an! Frank bleibt auch den Sommer über hier, selbst wenn all die anderen Miner den heissen Ort verlassen. 

Wir finden einen schönen Platz für die Nacht direkt neben einigen alten, verlassenen Minenschächten. So langsam bekommen wir Hunger; ich habe ein riesiges Verlangen nach Marmeladenbrote! Leider ist unser Brot in der Plastikverpackung ungeniessbar geworden, aber man weiss sich zu helfen: Kartoffelchips, belegt mit Butter und Konfitüre! Mmmmh, schmeckt auch!

Wir suchen rund um unseren Platz etwas nach Opalen, finden aber nur wenige Steine mit wenig Glitzer, meist auf brüchigem Muttergestein.

Es wird langsam dunkel, für mich die allerschönste Tageszeit im Outback. Wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und sich der Himmel tieforange verfärbt beginnt die blaue Stunde. Das klare Blau des Himmels wird dann immer dunkler, immer mehr Sterne werden sichtbar, bis sich letztendlich gesamte Milchstrasse über einem erstreckt. Das ist magisch und in der vollkommenen Dunkelheit des Australischen Outbacks einmalig!

Aber es ist nicht nur diese absolute Dunkelheit, die so eindrücklich ist. Es ist auch diese extreme Stille!

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ZUM ZWEITEN MAL: UNTERWEGS NACH DUCK CREEK / SHEEP CREEK

DUCK CREEK / SHEEP CREEK

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DUCK CREEK / SHEEP CREEK

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