Montag, 01.10.2018

Koroit

via Cunnamulla

 Reise-Strecke:  128 km


 Übernachtung: irgendwo in Koroit

Obwohl wir ebenfalls - ganz nach Australischer Manier - früh aufstehen, haben sich alle anderen bereits vor uns aus dem Staub gemacht....

Weiter führt uns unser Weg immer tiefer ins Outback. Hier hat man kaum noch Gegenverkehr. Bald kommen wir in Cunnamulla an, eine Ortschaft, die auf der Landkarte wie eine Grossstadt erscheint; ein grosser Punkt im Nichts. Und siehe da! Hier gibt es mehr als eine Strasse! Es gibt Kreuzungen und sogar einen Kreisel! Aber Menschen sieht man so gut wie keine, lediglich eine Handvoll Touristen, die die Statue des 'Cunnamulla-Fellas' besichtigen und sich vielleicht auch fragen, wo hier denn das Leben stattfindet... Es ist 'public holiday', weshalb auch alle Läden geschlossen sind. In einer Tankstelle im Ort kaufen wir lebenswichtiges Instant-Kaffeepulver, bevor wir uns auf den Weg Richtung Koroit machen.

Koroit findet man auf keiner Karte, ja nicht einmal auf Google-Maps, so unscheinbar ist dieser Ort. Wir wissen aber, dass ein paar Kilometer ausserhalb von Cunnamulla eine unbefestigte Strasse nach Norden führt, dort sollte man etwa 80 km weiter Koroit erreichen. Wir zweigen also nach rechts ab und folgen dem staubigen Weg. Die Gegend wird immer menschenfeindlicher. Wir kreuzen auf der gesamten Fahrt nur genau zwei Fahrzeuge. Schon bald sollten wir in Koroit ankommen, als wir an einem Baum zwei ausgeblutete und an den Hinterbeinen hängende Hunde entdecken. Das ist ja gruselig! Etwas eingeschüchtert fragen wir uns, welchen Leuten wir wohl in dieser Ecke des Outbacks begegnen werden... 

In Koroit wollen wir mit Larry Kontakt aufnehmen. Larry ist ein Opalhändler, dessen Telefonnummer wir von Pete (dem Runner) bekommen haben. Wir sollen bei Larry vorbei gehen, er sei zwar etwas schroff und erscheine oft ziemlich unfreundlich, gar abweisend... Na ja, mal schauen.... Doch nun hoffen wir erstmal, überhaupt in diesem sonderbaren Koroit anzukommen.

Tatsächlich entdecken wir auf einmal die ersten typischen Geröllhügel, wir sind also auf Kurs!

Einige vereinsamte Briefkasten weisen darauf hin, dass wir nun wohl das Zentrum von Koroit erreicht haben. So! Nun rufen wir Larry an! Haha,   a n r u f e n  , welch ein Witz! Natürlich reicht die Australische Netzabdeckung nur bis knapp vor die Grenzen Koroits... ;-)

Neben einem Briefkasten - angeschrieben mit 'Carl' - folgen wir dem Weg, welcher zu einem typischen Miner's Haus führt. Carl kommt gerade aus seinem Haus und kann uns sicher sagen, wo dieser Larry wohnt. Zu unserer Enttäuschung ist Larry nicht hier draussen daheim, sondern hat ein Haus mit einem Opalladen in der Ortschaft Cunnamulla. Totzdem scheint für uns der lange Weg nicht umsonst; freundlich werden wir in Carls Haus eingeladen, wo wir auf die beiden Minenbesitzer Rob und Stanley treffen. Wir sitzen in der Runde, als würden wir dazu gehören. Die Männer erzählen ihre Geschichten und sind auch an den unseren interessiert. Re bekommt das Angebot, in Rob's Opalmine, wo im Untergrund (unter Tage) nach Opalen geschürft wird, mitzuarbeiten bzw. zuzuschauen, wie Opal abgebaut wird. Das ist ein Sechser im Lotto! Wir verabschieden uns von Carl und folgen den beiden Männern zu ihrer Mine.

Neben den beiden Häusern können wir es uns mit unserem Range Rover gemütlich machen. Stanley füttert die Köngurus, Wallabies und die anderen Tiere hier draussen, weshalb er jeden Tag Besuch von Mr und Mrs Wallaroo und einem kleinen Wallaby bekommt. Wunderbar ist es hier! 

Nach einem fantastischen Sonnenuntergang sitzen wir neben unserem Fahrzeug im Busch, als wir neben uns in der rabenschwarzen Stille der Nacht seltsame Geräusche wahrnehmen. Kurz erinnern wir uns an die aufgeknöpften Hunde am Strassenrand, entpuppen die Geräusche dann aber als Känguruhoppeln. Entzückt geniessen wir dieses wundervolle Erlebnis!

Am nächsten Morgen fällt die Arbeit in der Mine leider aus, da Stanley's Bagger einen Defekt hat. Stanley muss in eine naheliegende Ortschaft fahren, um Ersatzteile zu kaufen. Naheliegende Ortschaft heisst soviel wie, er muss dort übernachten, da er nicht alles in einem Tag schaffen kann... Und für uns heisst das wiederum, dass wir zwar die Mine besichtigen können, aber dass heute nicht gearbeitet wird. Wir geniessen noch ein paar schöne Stunden hier im wundervollen Outback mit den wundervollen Menschen, bevor wir unser nächstes Etappenziel in Angriff nehmen: Yowah!

P:S.: Geheimnis der hängenden Hunde: Dabei handelt es sich um Dingos, sogenannte Wildhunde. Farmer schiessen diese Dingos, da diese ihr Vieh bedrohen. Die toten Hunde werden dann in die Bäume gehängt, wo sie von den verschiedenen Raubvögeln gefressen werden können...

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