| REISE-STRECKE: Eulo - Koroit (135 km) |
| ÜBERNACHTUNG: Michael + Lorrae, 'Kickatinalong Mine', Koroit |

Meine Schulter heilt langsam, und die Schmerzen lassen endlich nach. Was für eine Erleichterung! In den letzten Wochen war ich doch ziemlich eingeschränkt und oft auch einfach frustriert. Umso schöner, jetzt wieder ein bisschen mehr Bewegungsfreiheit zu spüren.
Am Morgen ist es noch ziemlich kalt. Wir verschieben das Frühstück, bis die Sonne endlich genug Kraft hat, um uns ein bisschen aufzuwärmen. Anschliessend gibt’s das verdiente Highlight des Morgens, eine herrlich heisse Dusche!
In Eulo darf natürlich ein Besuch im Eulo Queen Opal Center bei Gery Bergoffer nicht fehlen. Gery Bergoffer ist ein bekannter Opalhändler und ein echtes Original. Wir schauen jedes Mal bei ihm vorbei, wenn wir hier sind.
Wir fahren zurück, bis wir kurz vor Cunnamulla links auf die Humeburn Road, eine unbefestigte Strasse, die direkt zu den Opalfeldern von Koroit führt, abzweigen. In Koroit sind wir mit Michael und Lorrae bei ihrer Opalmine 'kickatinalong' verabredet. Die beiden haben uns eingeladen, ein paar Tage bei ihnen auf ihrer Mine zu verbringen. Geplant haben wir jedoch, nur eine Nacht zu bleiben und bereits morgen wieder weiterzureisen.
Die Gegend rund um Koroit ist wunderschön, für mich sogar die landschaftlich schönste im ganzen Outback von Queensland. Roter Sand, grüne Büsche, ein strahlend blauer Himmel. Und dieses Jahr wirkt alles noch lebendiger als sonst, denn vor einigen Wochen hat es hier kräftig geregnet, weshalb alles viel grüner ist.
BLICK IN DEN BUSCH! Outback pur an der Humeburn Road nördlich von Cunnamulla:
Nach Lorrae's Beschreibung finden wir die 'kickatinalong'-Mine sehr einfach: Nach einer bestimmten Anzahl 'Grids' (Viehgitter am Boden) scharf rechts abbiegen und dann einfach dem Weg entlang, vorbei an einer anderen Mine, dann erreicht man die Verzeigung mit dem Wegweiser 'kickatinalong'. Ganz einfach. Und bald schon treffen wir in dem schmucken, ganz eigenen kleinen Paradies von Michael und Lorrae ein, wo uns ein Hund namens 'Digger' mit lautem Gebell willkommen heisst.
Michael und Lorrae leben ausgesprochen einfach, aber an einem traumhaft schönen Ort, mitten im Busch von Queensland. Ihre kleine Wellblechhütte steht inmitten von Lorrae’s vielseitigem Kräuter- und Gemüsegarten. Vor dem Haus gibt es eine überdachte Veranda mit Kochstelle, Lavabo und allem, was man zum einfachen Leben braucht. Und natürlich fehlt auch die grosse Feuerstelle nicht, ein selbstverständlicher Mittelpunkt des Lebens hier draussen. Und ringsherum? Ganz, ganz viel… nichts. Und genau das macht es so grossartig.

Michael nimmt Re mit auf eine kleine Führung durch seinen Claim und erklärt ihm, wie man die Oberfläche des Landes 'lesen' muss, um Opale zu finden. Man muss auf sogenannte Foldlines und Blow ups achten, geologische Hinweise, die einem mit etwas Erfahrung und viel Instinkt verraten, wo man graben muss.
Michael's Mine liegt nicht weit von seiner Behausung entfernt, und man kann den 'Hoist', die Seilwinde in den Schacht, schon von weitem sehen. 'Kickatinalong' ist wirklich ein besonderer Ort, abgelegen, einfach, wunderschön.
Wir parkieren 'Moris' an einem geeigneten Plätzchen und machen ihn bereit für die Nacht. Anschliessend geht die Sonne spektakulär unter, und der Vollmond leuchtet magisch durch die dunklen Umrisse der Baumkronen. Ich helfe Lorrae bei der Zubereitung des Nachtessens, was in dieser sehr einfachen, aber funktionalen Buschküche eine ganz besondere Erfahrung ist. Es gibt verschiedenes Gemüse aus Lorrae's Outback-Garten, dazu Kartoffeln und Tofu.
Michael zündet ein grosses Campfire an, und wir schieben den Esstisch nahe genug heran, sodass uns die Flammen nach Sonnenuntergang angenehm wärmen. Dieses Nachtessen am Lagerfeuer und der ganze Abend ist eine wundervolle Erfahrung. Wir sitzen zusammen, tauschen Geschichten aus, blicken in die Flammen und geniessen dankbar jede einzelne Minute dieses Abends. Solche Momente kann man nicht planen – man muss sie einfach erleben!
Michaels Campfire-Geschichten über Legenden der Aboriginals, die Ankunft der ersten weissen Siedler in Australien, über dramatische Buschbrände, das raue Leben in der Wildnis bis hin zu den ziemlich schrägen Stories über angebliche Ausserirdische und über geheimnisvoll wandernde Lichter nachts am Himmel über Queensland sind sehr unterhaltsam.
Bis um Mitternacht sitzen wir gemütlich ums wärmende Feuer, plaudern, lachen und lauschen Michaels Geschichten. Danach ziehen wir uns ins kalte Dachzelt zurück. Lorrae bietet uns noch eine Bettflasche an, aber die brauchen wir gar nicht. Kaum sind wir in unsere Schlafsäcke gekuschelt und unter den Decken verschwunden, wird es richtig wohlig warm. Aber wehe dem, der nachts raus auf's Klo muss...
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Die geheimnisvollen Min Min Lichter im Outback
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Viele erschöpfte Reisender, die durch das Outback marschierten, erzählten früher seltsame Geschichten von sonderbar geformten Lichtern, die sie in der Ferne sahen. Manchmal schweben die Lichter geradeaus, manchmal schienen sie zu tanzen, von der einen Seite hinüber zur anderen. Mit den Jahren erhielten die Erschienungen den Namen Min Min Lichter. Einer der Reisenden berichtete, wie er diese merkwürdigen Lichter sah und sich entschloss, ihnen zu folgen. Er ging Stunde über Stunde hinter den Lichterschienungen her. Bis sie plötzlich stoppten. Die Lichter drehten sich um, kamen auf ihn zu. Voller Schreck wendete er und floh, die Lichter immer noch hinter sich sehend. So erreichte er mit der Zeit eine Buschmann Siedlung im Outback. Im Pub erzählte er sein Erlebnis. Die Einheimischen hörten zu und wurden alle sehr still, als sie von seinem nächtlichen Abenteuer hörten. Alle im Raum sahen sich merkwürdig und bedeutungsvoll untereinander an. Dann erklärten sie dem Reisenden, was für ein Glück er gehabt habe. Jeder Buschmann im Outback weiß, wenn die Min Min Lichter jemanden fangen, dann wirst du ganz einfach verschwinden. „DU VERSCHWINDEST“ wiederholten alle im Chor. Wenn man also die Absicht hat, durch das Outback in Queensland zu wandern, dann sollte man dies nur bei Tag tun. Und wenn man schon bei Nachte reisen musst: Halte niemals an!
Erklärung der wirklich bestehenden Erscheinungen
Die geheimnisvollen Lichter sind seit Jahrhunderten besonders im Outback von Queensland bekannt. Die Stadt Boulia, zu der ja auch der Min Min Hwy führt, wurde durch dies Lichterschienungen sogar berühmt. Zumal oder die Lichter die Reisenden scheinbar über lange Strecken verfolgen. Für kürzere Zeit haben wir diese Lichter bei unserer Reise entlang des Matilda Hwy zwischen Cloncurry und Winton auch gesehen. Deuteten das aber als Trockengewitter im Outback. Die Wissenschaftler beschäftigten sich seit Jahren mit der mysteriösen Licht- Erscheinung. Und eigentlich blieb nur die Erklärung, dass es sich um ein optisches Phänomen handele. Natürliches oder von Menschen verursachtes Licht wird gebrochen und analog einer Fata Morgana zehn oder 100 Kilometer vom Ursprung durch Luftspiegelung sichtbar. Es ist wissenschaftlich ein Problem der Temperaturinversion, wobei die kältere Bodenluftschicht das Licht weit über den Horizont hinaus transportieren kann (Professor Jack Pettigrew, Universität Brisbane). Mit einem Experiment gelang es Prof. Pettigrew selbst, ein Min-Min Licht zu erzeugen. Der Forscher fuhr des Nachts mit seinem Fahrzeug auf das rund zehn Kilometer entfernte Camp seiner Kollegen zu. Obwohl die direkte Sichtlinie durch eine Erhebung versperrt war, konnten die Menschen im Camp das Licht des ankommenden Fahrzeuges als diffusen, über dem Horizont schwebenden Schein erkennen. Per Funk verständigte sich Pettigrew mit dem Camp und schaltete das Licht an und aus. Gleichzeitig verschwand und erschien, vom Camp aus gesehen, das Min-Min Licht in der Ferne. Dabei ermöglichen die ungewöhnlichen Geländeeigenschaften des betroffenen Channel Country solche atmosphärischen Bedingungen. Und die Isolation der Gegend wirkt dann noch verstärkend auf den einzelnen Lichtstrahl.
Min Min Lichter in Koroit? Typische „Hotspots“ sind Gegenden wie das Channel Country rund um Boulia oder die Gegend des alten Min Min – daher kommt auch der Name. Koroit liegt ebenfalls im Outback von Queensland. Die Region gehört geografisch noch zu den Gebieten, in denen solche Lichter gemeldet werden können, auch wenn es kein Hauptgebiet für Sichtungen ist. |
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Eulo Queen Opal Centre - Gerry Bergoffer (Handy-Fotos)
Humeburn Road - Strasse nach Koroit
Opalfelder von Koroit - Die 'Kickatinaway-Mine' von Michael + Lorrae
übernachten bei Michael + Lorrae - 'Kickatinalong-Mine'
Campfire (Handy-Fotos)
durch's Outback - Koroit
Eine der wohl typischsten und für uns auch schönsten Outback-Landschaften findet man weit im Landesinnern von Queensland. Cunnamulla, Eulo, Yowah und dann hoch bis Opalton, hier ist es so 'richtig australisch'!
