Bei einer Reise durch Nordvietnam gehört ein Besuch der Halong-Bucht einfach dazu. Sie zählt zu den sieben Naturwundern der Welt und ist seit 1994 UNESCO-Weltnaturerbe. Doch die Halong-Bucht ist nicht die einzige sehenswerte Region im Golf von Tonkin.
Das UNESCO-Weltnaturerbe 'Halong-Bucht' umfasst eigentlich drei benachbarte Buchten: die Halong Bay, die Lan Ha Bay und die Bai Tu Long Bay. Dabei ist die Halong Bay zweifellos die bekannteste und am stärksten frequentierte der drei.
Geografisch betrachtet gehören alle drei zu demselben Karstgebiet. Die Bai Tu Long Bay und die Lan Ha Bay sind gewissermassen natürliche Erweiterungen der Halong Bay, befinden sich jedoch in unterschiedlichen Provinzen. Da sie von Touristengruppen weniger stark besucht werden, gelten beide als ursprünglicher, wilder und abgeschiedener als ihre berühmte Schwesterbucht.
Die Lan Ha Bay ist deutlich kleiner als die Halong Bay, während die Bai Tu Long Bay rund drei Viertel der Gesamtfläche des Weltnaturerbes einnimmt. In der Bai Tu Long Bay sind spürbar weniger Touristenboote unterwegs, was für eine deutlich ruhigere und authentischere Atmosphäre sorgt.
Genau das war auch der Grund, weshalb wir uns für die Bai Tu Long Bay entschieden haben – und wir wurden nicht enttäuscht: Nur selten begegneten wir einer anderen Dschunke, und große Kreuzfahrtschiffe sieht man hier ohnehin nicht. Denn im Gegensatz zur Halong Bay ist die Bai Tu Long Bay deutlich flacher und kann nur von traditionellen Holzbooten mit geringem Tiefgang befahren werden.
Region |
Fläche |
Inselzahl & Besonderheiten |
Highlights & Besonderheiten |
Halong Bay (gesamt) |
ca. 1 553 km² |
ca. 1 969 Inseln inkl. 775 innerhalb UNESCO-Kernbereich Alle Inseln, Felsen, Kalksteinformationen in der ganzen Buchtregion – inkl. Lan Ha & Bai Tu Long |
Ikonische Kalksteinlandschaft, Gesamtgrösse, weltweiter Bekanntheitsgrad |
Kernzone (UNESCO) |
ca. 334 km² |
ca. 775 Inseln Offiziell gezählte Inseln – wirkt kleiner, weil nur Teilgebiet erfasst |
Legendäre Figuren wie Dau Go Island, Bai Ham Lake etc. |
Bai Tu Long Bay |
ca. 560 km² |
ca. 3 000 Klippen und Inseln
Oft überhöhte Angabe, inkl. kleinster Felsnadeln – realistisch: ein Teil der 1.969 Gesamtformationen |
Weniger überlaufen, Natur pur, Höhlen, Rad- und Klippentouren |
Lan Ha Bay |
(nicht exakt angegeben) |
ca. 400 Inseln, viele unberührte Strände
Südöstlicher Teil der Buchtregion (nahe Cát Bà), kleiner, aber landschaftlich ähnlich |
Ruhiger, ideal zum Schwimmen und Kayaken, besonders empfehlenswert |
Cát Bà-Insel |
ca. 262 km² (Island) |
Grösste Insel, Teil des Archipels
Gehört geografisch zur Region, aber oft separat genannt |
Nationalpark, Biosphären-Reservat, endemische Tiere und Trekking |
Wir haben bei Indochina Travel eine Tour mit Übernachtung in der Bai Tu Long Bay gebucht, da wir unbedingt den Sonnenuntergang und -aufgang in dieser einmaligen Umgebung erleben wollten.
Grundsätzlich war die Tour sehr eindrücklich und schön, und die Landschaft mit ihren 1969 zum Teil mehrere hundert Meter aus dem Meer aufragenden, üppig grün bewachsenen Kalksteinfelsen ist wirklich grossartig. Wir sind sehr dankbar, dass wir das erleben durften.
Allerdings mussten wir einmal mehr feststellen, dass organisierte Gruppenreisen mit festem Programm einfach nicht so sehr unser Ding sind. Gemeinsame Aktivitäten wie Kanufahren, Strandbesuche, Wanderungen und Besichtigungen im Gruppenverband sowie das gemeinsame Abendessen mit dem daraus entstehenden, meist oberflächlichen Smalltalk, all das entspricht mögen wir nicht so sehr. Ich (noch etwas mehr als Re) fühle mich bei solchen Gelegenheiten schnell unwohl. Während uns die Naturkulisse restlos begeistert hat, war der soziale Teil der Reise für mich eher eine Belastung.
Was uns dann allerdings wirklich gestört hat, war ein anderer Aspekt der Tour: Auf dem Weg zur Halong-Bucht legten wir mit dem Bus einen längeren Stopp bei einer grossen Perlenzuchtfarm ein. Dort wurde uns in einer kurzen Vorführung die Perlenzucht erklärt, bevor wir in eine riesige Verkaufshalle geleitet wurden, in der man alle erdenklichen Perlenprodukte kaufen konnte: klein, gross, silbern, golden, schlicht oder prunkvoll gefasst. Auf der Rückfahrt wiederholte sich das Ganze, diesmal in einer grossen Souvenirhalle.
Diese offensichtlichen Verkaufsstopps mit Abzocke empfanden wir als sehr unangenehm. Und um fair zu bleiben: Das lag nicht an Indochina Travel. Nahezu alle Reisebusse hielten dort zur gleichen Zeit und der Parkplatz war brechend voll. Es scheint ein fester Bestandteil des Programms zu sein, den man als Tourist wohl einfach 'in Kauf' nehmen muss.
Wer eine Bootstour durch die Bai Tu Long Bay (oder Halong Bay) plant, sollte sich vorab über den Ablauf informieren, denn nicht alle Touren entsprechen den Erwartungen an eine naturnahe und individuelle Reiseerfahrung. Hier ein paar Hinweise:
Tour auswählen:
Auf den Tourstil achten (Privattour vs. Gruppentour) und Bewertungen durchlesen. Wer lieber individuell unterwegs ist oder mehr Privatsphäre möchte, sollte gezielt nach kleinen Gruppen oder
privaten Dschunken fragen, auch wenn das etwas teurer ist.
Tourverlauf prüfen:
Viele Touren beinhalten Zwischenstopps bei Souvenir- oder Perlenverkaufsstellen, sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg. Diese sind meist fest in den Ablauf integriert und lassen sich nur
schwer vermeiden. Wer das nicht möchte, sollte gezielt nach Anbietern ohne solche Stops fragen (ggf. Privattouren buchen).
Landschaft und Natur:
Die Bai Tu Long Bay ist deutlich ruhiger als die Halong Bay. Weniger Boote, weniger Lärm, dafür mehr unberührte Natur. Grössere Kreuzfahrtschiffe können hier aufgrund der geringeren Wassertiefe
nicht verkehren.
Sonnenaufgang und -untergang:
Eine Übernachtung auf dem Boot lohnt sich! Die Stimmung bei Sonnenaufgang oder -untergang zwischen den Kalksteinfelsen ist magisch, ein Erlebnis, das man nicht vergisst.
Verpflegung und Komfort:
Auf vielen Dschunken gibt es überraschend guten Komfort. Dennoch lohnt sich ein Blick auf Fotos und Bewertungen der Kabinen und der angebotenen Verpflegung.
Der Name ' 'Vinh Ha Long' 'bedeutet 'Bucht des untertauchenden Drachen' im Gegensatz zu 'Thang Long' ('aufsteigender Drache', dem alten Namen von Hanoi). Der Legende nach entstand die Bucht durch einen Drachen, einem 'Long', der nahe am Meer in den Bergen lebte. Als er zur Küste lief, zog er mit seinem Schwanz tiefe Furchen in das Land, das vom Meer überflutet wurde, nachdem der Drache ins Wasser abgetaucht war.
Der Name 'Ha Long' verbindet die Geschichte der Drachen mit dem Kampf der Vietnamesen gegen Invasoren. Nach der Gründung Vietnams wurde das Land von ausländischen Feinden angegriffen. Der Gott 'Ngoc Hoang' schickte die Drachenmutter und ihre Drachenkinder zur Erde, um den Vietnamesen im Kampf gegen die Feinde zu helfen. Als die feindlichen Schiffe die Küste stürmten, spuckten die Drachen sofort zahlreiche Juwelen aus. Diese Juwelen verwandelten sich plötzlich in kleine und große Felseninseln und verbanden sich zu einer festen Zitadelle. Die Feindschiffe wurden zerstört.
Nach dem Sieg sahen die Drachen, dass es hier nicht nur schöne Landschaften gab, sondern die Menschen fleissig waren und sich gegenseitig halfen. Deshalb kehrten die Drachenmutter und ihre Drachenkinder nicht in den Himmel zurück, sondern blieben auf der Erde, wo die Schlacht stattfand, um die Menschen in 'Dai Viet' (Groß-Vietnam) für immer zu beschützen. Der Ort, an dem die Drachenmutter landete, hieß 'Ha Long', und der Ort, wo die Drachenkinder neben der Drachenmutter landeten, hiess 'Bai Tu Long'. Die durch die Drachenschwänze aufgewirbelten Wellen hiessen 'Bach Long Vi' – die heutige Halbinsel 'Tra Co'. Wikipedia 2024
für Vollbild anklicken
durch die 'Halong Bay' und die 'Bai Tu Long Bay'
an Bord der 'Dschunke'