Samstag, 1. August 2009

Kakadu NP - LITCHFIELD NATIONAL PARK

Gefahrene km: ca. 350

 

Wetter: sonnig, ca. 28°

 

Uebernachtung:

Wangi Falls Camping


Als wir uns am Morgen parat machten, kam ein ziemlich schräger Aussi-Nachbar vorbei - bewaffnet mit Fotoapparat und Stativ - und erklärte uns, er ginge zum Billabong runter, Krokodile fotografieren. Da musste René natürlich sogleich hinterherpirschen... Aber beide wurden nicht fündig. Vor der Abfahrt in den Litchfield National Park wollte René noch rasch mit Luca an der Yellow Water Lagune entlang spazieren, um sich endgültig von den Salzwasserkrokodilen zu verabschieden. Tatsächlich hatten die beiden auch eines gesehen.

Wir frühstückten beim Bukbukluk-Lookout und sahen die vielen Rauchschwaden der Buschfeuer. Hoffentlich brennt da nicht gerade unser 'Tagesziel' ab...

Wir fuhren nach Pine Creek, um zu tanken und einzukaufen. Da der alte weissbärtige Tankwart kein Plastikgeld akzeptierte, mussten wir bar zahlen. Nun hatten wir nur noch 120 $ und da war kein Bancomat, der mit unserer Maestrokarte funktionierte. Ja, dann mussten wir wohl oder übel die nächsten vier Tage mit 120 $ über die Runden kommen. Im kleinen Einkaufs-Krämer-Laden konnte man zum Glück mit Karte zahlen. René kaufte sich unter anderem vier Büchsen VB (Victoria Bitter) und musste doch tatsächlich seinen Führerausweis vorzeigen. Das war noch nicht alles: Seine Daten wurden im Computer eingelesen. - Im Nachhinein erfuhren wir, dass im Northern Territory sehr strenge Alkoholgesetze gelten. Durch Eingabe der gekauften Alkoholmenge kann kontrolliert werden, wer wann wo wieviel kauft, und es kann unter anderem auch verhindert werden, dass Alkohol in grossen Mengen gekauft wird um dann z.B. an Aborigines weiterverkauft zu werden. Auch darf man an öffentlichen Plätzen keinen Alkohol trinken, was soviel heisst wie, dass man sein Bier z.B. in eine Limonaden-Flasche abfüllen muss, um es beim Picknick im Park trinken zu können.

Wir nahmen den Reynolds River Track (4WD!) via Daly River Road vom Süden her in den Park. Später erfuhren wir, dass dieser Track auf der Schwierigkeitsskala 1 - 3 zum Teil als 3 eingestuft wird. Sowas ähnliches haben wir während der Fahrt auch geahnt...

Zuerst wollten wir beim 'Surprise Creek'-Bushcamping übernachten. Der Weg bis dorthin war auch noch ziemlich einfach. Wir fuhren immer wieder durch verbranntes Land; es schien, als ob der ganze Park abgefackelt war... Links und rechts am Weg räuchelte es und die verkohlten Baumstämme glühten noch vor sich hin. Als wir beim 'Surprise Creek' ausstiegen wurden wir von den Fliegen regelrecht angegriffen. Und wir dachten schon, wir blieben davon verschont... Der Campingplatz war mässig und es roch überall nach verbranntem Busch. Wir gingen kurz schwimmen im Surprise Creek, der mit dem Wasserfall und dem tiefen Pool darunter, sehr schön war. Hier konnte man 'Klippenspringen'. Trotzdem wollten wir nicht bleiben und machten uns auf den Weg weiter nach Norden.

Jetzt zeigte sich der Track allmählich von seiner rauen Seite. Manchmal windete er sich so schmal durch die Waldlandschaft, dass wir glaubten, mit unserem hohen Aufbau hängen zu bleiben. Auch die Flussdurchquerungen wurden immer schwieriger und tiefer. Der absolute Höhepunkt war dann aber die Durchquerung des Reynold Rivers (Krokodilgefahr, nicht schwimmen). Dieser Fluss war tatsächlich etwa 80 cm tief und hatte grosse Kieselsteine im Grund, weshalb man nie wusste, in welche Richtung das Fahrzeug abkippte. Er war so breit, dass man das Ende nicht sah. Zum Glück sah mans nicht, sonst wäre ich wahrscheinlich ausgestiegen!!! Steil und sandig gings dann das wurzelige Ufer hoch. Alle vier Räder drehten durch, das Auto kippte über eine Wurzel und blieb beinahe stecken. Ich konnte nur noch die Augen schliessen! Aaaaber, wir schafften es. Aha, deshalb hatten die entgegenkommenden Landcruiser-Fahrer alle so eigenartig unseren schweren Camper-Aufbau betrachtet... alles klar!

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Reynolds River Crossing.wmv
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Wir fuhren weiter und durchquerten immer wieder mehrere Kilometer grosse Brandherde mit glühenden Baumstämmen. Es sah ziemlich bedrohlich aus, teilweise wie eine Mondlandschaft. Hier scheint es üblich zu sein, beim Kreuzen kurz die Scheiben runterzudrehen und ein paar Worte mit dem entgegenkommenden Fahrer zu wechseln. Keiner schien sich aber um die Feuer zu sorgen. Wieso also wir? Wir fuhren weiter am Abzweig zum Sandy Creek Camping vorbei, der mit seinen 6 Plätzen natürlich bereits voll war. Obwohl der Camping bei den Wangi Falls ebenfalls voll war, hatten wir Glück, als gerade ein Camper seinen Platz verliess, und wir uns diesen schnappen konnten. Es war ein sehr schöner Platz nahe bei den Wangi Falls. Und die Kängurus liefen auf dem Platz herum. Hier bleiben wir mindestens 2 Nächte! Wir assen Würstli vom Barbecue-Grill, Spaghetti, Dosenspargeln und Dosenfrüchte.

Nach dem Eindunkeln kamen die 'Flying Foxes' und kreisten im Mondlicht über uns und unser 'Dog'. 'Flying Foxes' sind grosse Fledermäuse mit etwa 1 m Flügelspannweite.

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Litchfield National Park
Surprise Creek Falls
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Litchfield National Park
Reynolds River Track (Südeingang zum Litchfield NP)
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Litchfield National Park
Surprise Creek Falls
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Litchfield National Park
Reynolds River Crossing
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